Warum du Bekanntes nicht erkennst
Du kennst jedes einzelne Wort in Take it out of the bag. – und hörst im Gespräch trotzdem nur etwas wie /ˈteɪkɪˈtaʊtəvðəˈbæɡ/. Das liegt nicht an deinem Wortschatz. Es liegt daran, dass im Redefluss die Grenzen zwischen den Wörtern verschwimmen.
Deutsch setzt vor einem Vokal am Wortanfang einen kleinen Knacklaut, der das Wort abtrennt – /ʔ/ in ein Apfel. Im normalen Redefluss tut Englisch das nicht, sondern bindet die Wörter zusammen. Wer die Wörter abhackt, klingt buchstabierend und versteht auch selbst schlechter.
Linking - Wörter binden sich
Endet ein Wort auf einen Konsonanten und beginnt das nächste mit einem Vokal, wandert der Konsonant hörbar in die nächste Silbe. Aus turn it off wird /tɜːnɪˈtɒf/ – drei Wörter, aber drei völlig neue Silben.
Für dein Sprechen ist das die wichtigste Einzelübung: Setz den Konsonanten bewusst an den folgenden Vokal an, statt eine Pause zu machen. Sofort klingt dein Englisch flüssiger, ohne dass du schneller wirst.
Konsonant trifft Vokal
Turn it off, please.
[/tɜːnɪˈtɒf/]
Mach es bitte aus.
Drei Wörter werden zu einer Kette.
Pick it up.
[/pɪkɪˈtʌp/]
Heb es auf.
Die Konsonanten wandern nach rechts.
Not at all.
[/nɒtəˈtɔːl/]
Überhaupt nicht.
Klassische Höflichkeitsfloskel als Kette.
Hörst du den Unterschied?
an aim
[/əˈneɪm/]
ein Ziel
Das n gehört beim Sprechen schon zur nächsten Silbe.
a name
[/əˈneɪm/]
ein Name
Klingt identisch, nur der Kontext trennt.
Treffen zwei Vokale aufeinander, schiebt Englisch einen Gleitlaut ein, damit keine Lücke entsteht. Nach /i/-artigen Vokalen kommt ein /j/, nach /u/-artigen ein /w/. Im britischen Englisch taucht nach /ɔː/, /ɑː/ und /ə/ außerdem ein /r/ auf, das gar nicht geschrieben steht.
Gleitlaute im Satz
Let's go out tonight.
[/ɡəʊwaʊt/]
Lass uns heute Abend ausgehen.
Ein w gleitet zwischen go und out.
I agree with you.
[/aɪjəˈɡriː/]
Ich stimme dir zu.
Ein j gleitet zwischen I und agree.
It's a question of law and order.
[/lɔːrən ˈɔːdə/]
Es ist eine Frage von Recht und Ordnung.
Britisch klingt zwischen law und and ein r.
Elision - Laute fallen weg
Zwischen zwei Konsonanten wird /t/ oder /d/ im normalen Sprechtempo oft ausgelassen. Aus next day wird nex day, aus must be wird mus be, aus old man wird ol man. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern ganz normales Englisch.
Ähnlich verschwindet das /h/ in unbetontem him und her: tell him klingt wie tell im. Für dein Hörverstehen heißt das: Wenn du auf ein hörbares t oder h wartest, überhörst du das Wort oft. Denk die Lücke einfach mit – der Rest des Wortes bleibt ja erhalten.
Weggelassene Laute im Satz
See you next week.
[nex(t) week]
Bis nächste Woche.
t zwischen s und w fällt weg.
That must be a mistake.
[mus(t) be]
Das muss ein Irrtum sein.
t zwischen s und b verschwindet.
Tell him I called.
[tell (h)im]
Sag ihm, dass ich angerufen habe.
h im unbetonten Pronomen fällt weg.
Assimilation - Laute passen sich an
Bei der Assimilation gleicht sich ein Laut seinem Nachbarn an, damit die Zunge weniger Arbeit hat. Vor /b/, /p/ und /m/ wird aus /n/ ein /m/, und aus /d/ wird ein /b/: ten bikes klingt wie /tem baɪks/, good boy wie /ɡʊb bɔɪ/.
Besonders häufig verschmilzt /d/ oder /t/ mit einem folgenden /j/. Aus would you wird /wʊdʒu/, aus meet you wird /miːtʃu/. Diese Formen begegnen dir in fast jeder Frage.
Angeglichene Laute
There were ten bikes outside.
[/tem baɪks/]
Draußen standen zehn Fahrräder.
n wird vor b zu m.
He's a good boy.
[/ɡʊb bɔɪ/]
Er ist ein braver Junge.
d gleicht sich an b an.
Would you mind waiting?
[/wʊdʒu/]
Würde es dir etwas ausmachen zu warten?
d und j verschmelzen zu dsch.
Nice to meet you.
[/miːtʃu/]
Schön, dich kennenzulernen.
t und j verschmelzen zu tsch.