Weitergeben, was jemand sagt
Mit dem discorso indiretto gibst du weiter, was jemand gesagt oder gefragt hat. Steht das einleitende Verb in der Gegenwart – dice, chiede, racconta –, bleibt die Zeitform der wiedergegebenen Aussage so, wie sie war. Nur Person und Pronomen passen sich an.
Direkt und indirekt nebeneinander
«Vengo domani» → Dice che viene domani.
„Ich komme morgen“ → Er sagt, dass er morgen kommt.
«Vuoi un caffè?» → Mi chiede se voglio un caffè.
„Willst du einen Kaffee?“ → Sie fragt mich, ob ich einen Kaffee will.
«Dove abiti?» → Mi chiede dove abito.
„Wo wohnst du?“ → Er fragt mich, wo ich wohne.
Im Alltag hörst du die Einleitung oft im passato prossimo: ha detto, mi ha chiesto. Solange das Gesagte jetzt noch gilt, bleibt die Zeitform trotzdem stehen.
Marco ha detto che viene alle otto.
Marco hat gesagt, dass er um acht kommt.
La reception ha detto che la colazione finisce alle dieci.
Die Rezeption hat gesagt, dass das Frühstück um zehn endet.
Aussagen mit che
Eine wiedergegebene Aussage hängt an che. Im Deutschen kann dass wegfallen (Er sagt, er kommt morgen), im Italienischen nicht. Auch der deutsche Konjunktiv I (er komme) hat keine Entsprechung: Du bleibst im normalen Indicativo.
Aussagen wiedergeben
«Sono sul treno» → Dice che è sul treno.
„Ich sitze im Zug“ → Er sagt, dass er im Zug sitzt.
«Non ho tempo» → Dice che non ha tempo.
„Ich habe keine Zeit“ → Sie sagt, dass sie keine Zeit hat.
«Abbiamo finito» → Dicono che hanno finito.
„Wir sind fertig“ → Sie sagen, dass sie fertig sind.
Verben, die eine Aussage einleiten
Person und Pronomen anpassen
Was von der sprechenden Person abhängt, wechselt: die Person am Verb, Pronomen und Possessivbegleiter. Zeitangaben und Orte bleiben stehen, solange du am selben Ort und zur selben Zeit berichtest (oggi bleibt oggi).
Personenwechsel im Satz
«Ti aspetto giù» → Dice che mi aspetta giù.
„Ich warte unten auf dich“ → Er sagt, dass er unten auf mich wartet.
«È il mio turno» → Dice che è il suo turno.
„Ich bin dran“ → Sie sagt, dass sie dran ist.
«Ho già parlato con voi» → Dice che ha già parlato con noi.
„Ich habe schon mit euch gesprochen“ → Er sagt, dass er schon mit uns gesprochen hat.
Fragen weitergeben
Eine wiedergegebene Frage ist ein normaler Nebensatz: ohne Fragezeichen, mit fallender Melodie. Entscheidungsfragen schließt du mit se an (ob), bei W-Fragen bleibt das Fragewort stehen (dove, quando, perché, quanto, cosa). Typische Einleitungen sind chiedere, domandare und volere sapere.
Entscheidungsfrage mit se
«Hai visto il film?» → Mi chiede se ho visto il film.
„Hast du den Film gesehen?“ → Er fragt mich, ob ich den Film gesehen habe.
«Puoi venire sabato?» → Vuole sapere se posso venire sabato.
„Kannst du am Samstag kommen?“ → Sie will wissen, ob ich am Samstag kommen kann.
W-Frage mit Fragewort
«Quando comincia?» → Chiede quando comincia.
„Wann fängt es an?“ → Sie fragt, wann es anfängt.
«Perché non rispondi?» → Mi chiede perché non rispondo.
„Warum antwortest du nicht?“ → Er fragt mich, warum ich nicht antworte.
«Quanto costa il biglietto?» → Vuole sapere quanto costa il biglietto.
„Wie viel kostet die Fahrkarte?“ → Er will wissen, wie viel die Fahrkarte kostet.
Ja, Nein und Aufforderungen mit di
Ein blankes sì oder no gibst du mit di wieder: Dice di sì. Auch eine Aufforderung gibst du meist mit di plus Infinitiv weiter, nicht mit che: Mi dice di aspettare heißt „Er sagt mir, ich soll warten“.
Paolo dice di sì, viene volentieri.
Paolo sagt ja, er kommt gern.
Marta dice di no, perché è di turno.
Marta sagt nein, weil sie Dienst hat.
«Aspetta!» → Mi dice di aspettare.
„Warte!“ → Er sagt mir, ich soll warten.
«Aiutami!» → Mi chiede di aiutarlo.
„Hilf mir!“ → Er bittet mich, ihm zu helfen.